Systemische Beratung und Therapie ist ein Ansatz, der sich darauf konzentriert, wie Menschen in ihren sozialen und familiären Beziehungen miteinander interagieren und wie diese Interaktionen ihr Verhalten und ihre Probleme beeinflussen. Im Kern geht es darum, den Kontext und die Verbindungen zwischen Personen zu verstehen, anstatt nur das Verhalten einzelner Personen isoliert zu betrachten.
Wichtig ist zu schauen, wie sich Menschen miteinander verhalten, aber auch welche Ressourcen und Lösungen vorhanden sind und was „das Gute im Schlechten“ sein könnte. Ein zentraler Gedanke in der systemischen Therapie ist, dass alles miteinander verbunden ist – es gibt ein Netzwerk aus gegenseitigen Einflüssen, eine zirkuläre Sichtweise.
Wichtige Methoden sind daher zum Beispiel lösungsorientierte und zirkuläre Fragen, positive Umdeutungen und das Genogramm, das Familienbeziehungen darstellt und dabei besonders den sozialen Kontext beachtet.
In der systemischen Beratung wird davon ausgegangen, dass jede Person über eigene Fähigkeiten und Lösungen verfügt, auch wenn sie sich im Moment hilflos fühlt.
In meiner Rolle als systemische Beraterin nehme ich eine Haltung des „Nicht-Wissens“ ein. Das bedeutet, dass ich nicht davon ausgehe, die „richtige“ Lösung zu kennen oder zu wissen, was die Klient*in tun sollte. Stattdessen wird die Klient*in als Expert*in für das eigene Leben betrachtet, und ich stelle Fragen und gebe Anregungen, die der Klient*in helfen, eigene Lösungen zu finden. Diese Haltung fördert die Zusammenarbeit und das Vertrauen.